Header

Suche

FAQs

Hier finden Sie Frequently Asked Questions (FAQs), in denen wir alle wichtigen Details zu unserer Studie erklären und hoffentlich Ihre Bedenken aus dem Weg räumen können. Nehmen Sie sich gerne Zeit, um diese zu lesen und über eine Teilnahme nachzudenken. 

Selbstverständlich bieten wir unseren Teilnehmerinnen vor der Durchführung der Behandlung einen Gesprächstermin an, in dem weitere Fragen gestellt werden können. 

1. Über die Studie:

Was wird in dieser Studie geprüft?

Wir möchten herausfinden, ob die rTMS bei Depressionen während der Schwangerschaft oder im ersten Jahr nach der Geburt helfen kann und ob sie gut verträglich ist.

Bei der rTMS wird eine Magnetspule von aussen an den Kopf gehalten. Sie erzeugt kurze sanfte Magnetimpulse, die gezielt bestimmte Bereiche des Gehirns anregen. Die Behandlung ist nicht invasiv: Es wird nichts operiert und es werden keine Medikamente verabreicht.

In der Studie erhalten einige Teilnehmerinnen die aktive Behandlung und andere eine Scheinbehandlung. Die Einteilung erfolgt zufällig, ähnlich wie bei einem Münzwurf. Weder Sie noch die Fachpersonen, die Ihre Beschwerden beurteilen, wissen während der Studienphase, welcher Gruppe Sie angehören. Das hilft uns, die Wirkung der Behandlung möglichst zuverlässig zu untersuchen.

Welchen Nutzen kann ich von einer Teilnahme haben?

Die rTMS wird bereits seit vielen Jahren zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, insbesondere wenn andere Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben. In Studien mit Erwachsenen mit Depressionen – also ausserhalb von Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt – zeigt sich bei etwa 40 bis 60 von 100 behandelten Personen eine deutliche Besserung der depressiven Beschwerden.

Die bisherigen Erfahrungen mit rTMS bei Depressionen machen uns zuversichtlich, dass die Behandlung auch Frauen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt helfen könnte. Ob und in welchem Ausmass dies tatsächlich zutrifft, untersuchen wir in dieser Studie.

Es ist möglich, dass sich Ihre depressiven Beschwerden durch die Behandlung bessern. Eine Besserung können wir jedoch nicht versprechen, denn nicht jede Frau spricht gleich auf rTMS an. Zudem wissen wir noch nicht sicher, ob die Behandlung bei Depressionen in Schwangerschaft und nach der Geburt genauso gut wirkt wie bei anderen Formen der Depression.

Sie erhalten während der Studie eine engmaschige Betreuung. Wir sprechen regelmässig mit Ihnen über Ihr Befinden und begleiten Sie während der Behandlungszeit. Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie zudem mit, neue Behandlungsmöglichkeiten für Frauen mit Depressionen in Schwangerschaft und nach der Geburt wissenschaftlich zu prüfen.

Falls Sie in der Studienphase die Scheinbehandlung erhalten haben, können Sie nach Abschluss der Studie auf Wunsch eine reguläre aktive rTMS-Behandlung ausserhalb der Studie besprechen.

2. Über rTMS

Was ist die rTMS?

rTMS steht für repetitive transkranielle Magnetstimulation. Das ist eine Behandlung ohne Medikamente, ohne Operation und ohne Narkose.

Bei der Behandlung werden kurze, sanfte Magnetimpulse von aussen durch die Kopfhaut an einen bestimmten Bereich des Gehirns abgegeben. Dieser Bereich liegt ungefähr hinter der linken Stirnseite und spielt bei Depressionen eine wichtige Rolle.

Die Magnetimpulse wirken gezielt und lokal: Sie regen vor allem Nervenzellen in dem oberflächlichen Gehirnbereich direkt unter der Magnetspule an. Die Wirkung nimmt mit zunehmender Entfernung von der Spule rasch ab. Die rTMS erreicht damit nur einen kleinen Bereich des Gehirns und wirkt nicht im ganzen Körper. Bisherige Untersuchungen bei Schwangeren liefern keine verlässlichen Hinweise auf Schäden für Mutter oder Kind. Da die Datenlage noch begrenzt ist, prüfen wir die Verträglichkeit in dieser Studie weiterhin sorgfältig.

Sie sind während der gesamten Behandlung wach und können jederzeit mit dem Behandlungsteam sprechen. Die rTMS kann zusätzlich zu Ihrer bisherigen Behandlung, zum Beispiel zu Psychotherapie oder Medikamenten, eingesetzt werden.

Wie sieht eine rTMS-Sitzung aus?

Sie sitzen während der Sitzung bequem in einem Behandlungsstuhl. Eine geschulte Fachperson hält eine kleine Magnetspule an eine vorher genau bestimmte Stelle an Ihrem Kopf, meist im Bereich der linken Stirn. Die Spule liegt aussen auf dem Kopf.

Während der Stimulation hören Sie ein regelmässiges Klopfgeräusch und spüren möglicherweise ein leichtes Klopfen oder Ziehen an der Kopfhaut. Manche berichten die Magnetimpulse gar nicht zu spüren. Die eigentliche Stimulation dauert in unserer Studie etwa neun Minuten; für den gesamten Termin sollten Sie ungefähr 30 Minuten einplanen. Bei Bedarf erhalten Sie Ohrstöpsel.

Sie bleiben wach und ansprechbar. Wenn Sie Fragen haben, eine Pause brauchen oder sich um Ihr Baby kümmern müssen, können wir die Behandlung jederzeit kurz unterbrechen. Ihr Baby darf auch bei der Behandlung im Raum sein, zum Beispiel im Kinderwagen oder in einer Babyschale.

3. Teilnahme und Ablauf:

Was muss ich erfüllen, um teilnehmen zu können?

Sie könnten für die Studie infrage kommen, wenn Sie:

  • während der Schwangerschaft oder innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt depressive Beschwerden haben,
  • mindestens 18 Jahre alt sind,
  • bereit sind, zu den vereinbarten Behandlungsterminen zu kommen,
  • die Studieninformationen verstehen und freiwillig einwilligen können.

Ob eine Teilnahme für Sie passend und sicher ist, klären wir immer persönlich in einem ersten Gespräch. Dabei besprechen wir Ihre aktuelle Situation, Ihre bisherige Behandlung, Ihre Medikamente und Ihre körperliche Gesundheit.

Wann kann ich nicht teilnehmen?

Eine Teilnahme ist beispielsweise nicht möglich oder muss besonders sorgfältig abgeklärt werden, wenn:

  • Sie eine Epilepsie haben oder ein deutlich erhöhtes Risiko für Krampfanfälle besteht,
  • Sie bestimmte Metallteile oder medizinische Geräte im Kopf- oder Halsbereich tragen (zB: Herzschrittmacher, Vagus-Stimulator oder ähnliches),
  • schwere oder instabile körperliche oder geburtshilfliche Komplikationen bestehen,
  • eine psychotische Erkrankung vorliegt,
  • akute Suizidalität vorliegt,
  • andere gesundheitliche Gründe gegen die Behandlung sprechen.

Auch bei häufigen oder schweren Migräneanfällen braucht es zunächst eine ärztliche Abklärung. Die endgültige Entscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen nach dem ausführlichen Vorgespräch.

Wie läuft die Studie ab?

Vor Beginn laden wir Sie zu einem ersten Termin ein. Dort erklären wir Ihnen die Studie, beantworten Ihre Fragen und prüfen gemeinsam, ob eine Teilnahme möglich ist.

Wenn Sie teilnehmen möchten, erfolgen:

Beim 1. Termin:

  • eine erste Untersuchung mit Gesprächen und Fragebögen,
  • eine EEG- und EKG-Untersuchung, sowie Ausmessen ihrer individuellen rTMS Kappe
  • einmalig eine kleine Haar- und Speichelprobe,

Danach:

  • insgesamt 30 Sitzungen mit rTMS,

Am Ende der Sitzungen:

  • ein Abschlussgespräch mit Fragebögen,

Follow-up:

  • ein kurzer telefonischer Kontakt zu ihrem Befinden etwa einen Monat später,
  • ein kurzer Fragebogen zur Entwicklung Ihres Kindes etwa ein Jahr später.

Eine rTMS-Sitzung dauert ungefähr 30 Minuten. Die eigentliche Stimulation dauert weniger als 10 Minuten. Die Termine planen wir so gut wie möglich gemeinsam mit Ihnen. Häufig sind zwei Sitzungen mit einer kleinen Pause pro Tag vorgesehen, aber das Tempo kann je nach persönlicher und familiärer Situation angepasst werden.

Wurden schon ähnliche Studien durchgeführt?

Ja. Die rTMS wird seit vielen Jahren zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Bei Depressionen ausserhalb von Schwangerschaft und Zeit nach der Geburt ist sie eine etablierte, nicht invasive Behandlungsmöglichkeit.

Auch bei Depressionen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt wurde rTMS bereits untersucht. Bisher gibt es jedoch erst wenige Studien die an wenigen Probandinnen durchgeführt wurden. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch ermutigend. Sie zeigen, dass sich depressive Beschwerden bei vielen Teilnehmerinnen besserten und dass die Behandlung in den bisherigen Untersuchungen überwiegend gut vertragen wurde. Deshalb lässt sich noch nicht mit ausreichender Sicherheit sagen, wie gut rTMS bei allen Frauen in Schwangerschaft und nach der Geburt wirkt.

Genau deshalb führen wir diese Studie durch: Wir möchten mit einer grösseren, sorgfältig geplanten Studie verlässlich prüfen, wie wirksam und sicher rTMS speziell für Schwangere und Mütter im ersten Jahr nach der Geburt ist.

Kann die Behandlung negative Folgen oder Nebenwirkungen haben?

Die meisten Frauen vertragen rTMS gut. Mögliche Beschwerden sind meist leicht und vorübergehend. Dazu gehören:

  • ein Druckgefühl oder Muskelziehen an der Kopfhaut während der Behandlung,
  • leichte vorübergehende Kopfschmerzen,
  • Müdigkeit, Benommenheit oder leichter Schwindel nach einer Sitzung,

Sehr selten können Krampfanfälle auftreten. Deshalb prüfen wir vor Beginn sehr sorgfältig, ob bei Ihnen Risikofaktoren für Krampfanfälle bestehen. Während der Studie fragen wir regelmässig nach Ihrem Befinden und nach möglichen Nebenwirkungen.

Für Schwangerschaft und Stillzeit kennen wir möglicherweise noch nicht alle Risiken. Die bisher verfügbaren Daten zeigen jedoch keine verlässlichen Hinweise auf Schäden für Mutter oder Kind. Wir besprechen mögliche Risiken und Ihre persönliche Situation vor einer Teilnahme ausführlich mit Ihnen.
 

Kann ich die Studie jederzeit abbrechen?

Ja. Ihre Teilnahme ist freiwillig. Sie können jederzeit entscheiden, nicht weiter teilzunehmen. Sie müssen keinen Grund dafür nennen.

Ein Abbruch hat keinen Nachteil für Ihre weitere medizinische Behandlung. Wir besprechen dann mit Ihnen, welche Unterstützung oder Behandlung für Sie weiterhin sinnvoll ist.

4. Alltag:

Kann ich mein Baby mitbringen?

Ja. Sie dürfen Ihr Baby gerne zur Behandlung mitbringen. Es kann während der Sitzung bei Ihnen im Raum bleiben, zum Beispiel im Kinderwagen oder in einer Babyschale. Die Behandlung ist kurz. Wenn Ihr Baby Sie braucht, können wir jederzeit eine Pause machen oder die Sitzung unterbrechen.

Was passiert, wenn mir ein Termin plötzlich nicht passt?

Bitte geben Sie uns möglichst früh Bescheid. Wir planen die Termine gemeinsam mit Ihnen und versuchen, bei wichtigen Gründen eine passende Lösung zu finden.

Regelmässige Termine sind für die Studie und die Behandlung wichtig. Deshalb können Termine nicht beliebig verschoben werden. Wir besprechen aber von Anfang an, welches Behandlungstempo mit Ihrer familiären Situation gut vereinbar ist.

5. Kontakt:

Wo wird die Studie durchgeführt?

Die Studie wird an zwei Standorten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich durchgeführt. Den genauen Ort teilen wir Ihnen bei der Terminvereinbarung mit.

Standort Lenggstrasse
Lenggstrasse 31, 8032 Zürich
Auf Google Maps anzeigen

Ambulatorium im Quadro
Thurgauerstrasse 36/38, 8050 Zürich
Auf Google Maps anzeigen

Wer führt die Studie durch?

Die Studie wird von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (https://www.pukzh.ch) durchgeführt und finanziert. Sie wird zusätzlich von der Stiftung Bangerter-Rhyner (https://www.bangerter-stiftung.ch/bangerter/de/stiftung/portrait.html) unterstützt.

Studienleiter ist Prof. Dr. med. Sebastian Olbrich. Ihre direkte medizinische Ansprechpartnerin im Studienteam ist Dr. med. Barbora Provaznikova. Die Studie wurde von der zuständigen Ethikkommission geprüft und bewilligt.

Wie melde ich mich an und wie erhalte ich mehr Informationen?

Wenn Sie sich für die Studie interessieren, können Sie sich unverbindlich bei uns melden. Eine Kontaktaufnahme bedeutet noch nicht, dass Sie teilnehmen müssen. In einem ersten Gespräch klären wir gerne Ihre Fragen und besprechen, ob die Studie grundsätzlich für Sie passen könnte.

Sie erreichen das Studienteam unter:

rTMS@pukzh.ch
 

Zum Anmeldeformular: Anmeldung